Auf dem Weg zur personalisierten Immuntherapie gegen Brustkrebs

EFRE-Forschungsprojekt „I3-STM“ nach drei Jahren erfolgreich beendet

Förderung durch die EU EFRE NRW

Dortmund, Dezember 2019 ++++

I3-STM beschäftigte sich mit einem neuen, maßgeschneiderten immuntherapeutischen Ansatz mit synthetisch hergestellten, kleinen Antikörpermimetika zur Therapie des tripelnegativen Mammakarzinoms (TNBC), das mit den klassischen Methoden nur unzureichend behandelt werden kann. Diese Wirkstoffe bestehen aus Komponenten, die das Immunsystem stimulieren und tumorspezifische Markermoleküle auf dem Tumorparenchym und dem Stroma erkennen. Darüber hinaus ermöglicht die Suche nach Biomarkern im Tumorparenchym und Stroma sowie im Blut die Etablierung von maßgeschneiderten Medikamenten, die sich auf Markerausdruck und Immunaktivierung für TNBC-Patienten konzentrieren.

Die EU und das Land Nordrhein-Westfalen haben mit 3 Mio. Euro ein Konsortium aus drei Firmen und drei akademischen Einrichtungen darin unterstützt, einen neuartigen immuntherapeutischen Ansatz bei besonders aggressivem, dreifach negativem Brustkrebs zu verfolgen. Charakteristisch für diese Tumorart, die bei etwa 15 Prozent aller Brustkrebsfälle auftritt, ist das Fehlen von Östrogen- als auch Progesteron- sowie HER2/neu-Rezeptoren. SABs (small synthetic antibodies), die Wirkstoffe der Firma Syntab Therapeutics GmbH aus Würselen, erkennen spezifische Markermoleküle auf Tumorzelloberflächen und verfügen über Effektor-Bestandteile, die das körpereigene Immunsystem der Patienten stimulieren. Diese sollen das Immunsystem in die Lage versetzen, sich selbst gegen die Erkrankung zu wenden, wobei die humorale Immunantwort spezifische Anti-Tumorantikörper erzeugt.

Ein Teil des Projekts bestand in der Suche nach Biomarkern, die es ermöglichen, neue Mini-Antikörper-Wirkstoffe, wie Syntab Therapeutics sie entwickelt, auf Patienten als personalisierte Medizin maßzuschneidern. „Wir haben bei einer Verbindung eine gute Wirksamkeit zeigen können. Der Wirkstoff wird nun präklinisch weiter die Schritte auf der Entwicklungsleiter gehen, bis wir einen starken Partner für die teuren fortgeschrittenen klinischen Studien finden“, erklärt Projektleiterin Ute Steinbusch, Geschäftsführerin von Syntab Therapeutics.

Die Synthesen dieser komplexen Wirkstoffmoleküle, die aus zwei cyclischen Peptiden, einem Polyethylenglykol-Linker sowie einem Effektor-Peptid zusammengesetzt sind, wurden bei Taros Chemicals in Dortmund erfolgreich entwickelt und durchgeführt. Computergestütztes Wirkstoffdesign (CADD) und molekulare Modellierung ermöglichten es hierbei, neue SABs zu berechnen und als Zielmoleküle für die Laborsynthesen zu definieren und unter Einsatz von parallelisierter Festphasensynthese in Mengen von 1 g herzustellen.

Darüber hinaus hat die TECOdevelopment GmbH aus Rheinbach verschiedene Tests entwickelt, um beispielsweise die Entstehung unerwünschter Antikörper nach Wirkstoffgabe zu analysieren. Die Gremse-IT GmbH aus Aachen hat Software zur Bildrekonstruktion und Auswertung entwickelt, die vom Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung der RWTH Aachen unter Prof. Twan Lammers für nicht-invasive Studien zur Bioverteilung des Wirkstoffs evaluiert und genutzt wurde. Für das Erreichen der Projektziele verantwortlich und maßgeblich an der Darstellung der Wirksamkeit des neuen Medikamenten-Vorläufers beteiligt waren außerdem die Arbeitsgruppen von Prof. Frank Tacke und PD Dr. Julia Steitz vom Universitätsklinikum der RWTH Aachen.

Über Taros Chemicals

Taros ist ein innovatives Auftragsforschungsunternehmen und bedient seit 1999 Kunden in den Segmenten Pharma-, Biotech- und Chemieforschung. Innerhalb der Geschäftseinheit für Wirkstoffforschung ist es unser Ziel, mit unseren Partnern potenzielle neue Arzneimittel in die klinische Entwicklung zu bringen. Dabei leisten Taros‘ Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag innerhalb der Target Validierung, Hit Identifizierung, Lead Generierung -und -optimierung.

Taros‘ Portfolio umfasst alle Spektren der modernen medizinischen Chemie, der Computerchemie sowie innovative, drug-like Substanzbibliotheken. Als Konsortialführer Chemie leitete Taros die Chemie-Aktivitäten der 196 Millionen Euro EU-Forschungsinitiative „European Lead Factory (ELF)“ und ist aktuell am 11 Millionen Euro Drug Discovery Hub Dortmund (DDHD) beteiligt. Weitere Informationen: www.tarosdiscovery.com

Presse Kontakt:
Youri R. Mesmoudi, Executive Vice President, Tel.: +49 (0)231 974272-11,
e-mail: innovation |at| taros.de

Förderung des Projekts

Das I3-STM Projekt hatte eine Laufzeit von drei Jahren und wird im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU mit drei Millionen Euro gefördert.

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