Taros beteiligt sich am Forschungskonsortium unter der Leitung von Grünenthal

2 Mio. EUR Zuschuss aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung und dem Land Nordrhein-Westfalen„LifeSciences.NRW“ -Stipendium zur Unterstützung der Entdeckung und Entwicklung neuer Schmerzmittel Grünenthal gründete und leitet das Konsortium, dem Taros Chemicals und das Forschungszentrum Jülich angehören

Viele Patienten mit starken oder anhaltenden Schmerzen werden von der Therapie nur unzureichend entlastet. Die Verbesserung der Pharmakotherapie und des Managements bei refraktären Schmerzen ist ein so enorm komplexes Problem, dass nur konzertierte Ansätze, die Gruppen mit unterschiedlichen relevanten Fachkenntnissen zusammenbringen, Erfolg haben dürften, wenn es darum geht, neuartige und wirksame Analgetika zu entdecken und zu entwickeln. Grünenthal hat eine solche Partnerschaft mit drei Forschungsgruppen des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin (INM) des Forschungszentrums Jülich und mit Taros Chemicals, einem auf chemisches Design und Synthese spezialisierten Unternehmen, organisiert und geleitet. Gemeinsam entwarfen sie ein ehrgeiziges Projekt, das den Weg zu Analgetika mit neuartigen dualen Wirkmechanismen ebnen könnte, die die Ursachen für refraktäre Schmerzen ansprechen. Dieses Projekt trägt den Titel „Entwicklung von PET-Liganden zum Nachweis der Dualität der Wirkmechanismen neuer Analgetika“ (Dual2PET).

LifeSciences.NRW ist dafür verantwortlich, dass europäische und regionale Entwicklungsfonds für das Land Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung dieser kooperativen Public-Private-Partnership-Strategie mit nicht verwässernden Forschungsstipendien verwendet werden. Der Dual2PET-Forschungsantrag wurde bei LifeSciences.NRW eingereicht und gegen starke Konkurrenz durch andere nordrhein-westfälische Partnerschaften mit einem Forschungsstipendium ausgezeichnet. Das Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren mit 2 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Land Nordrhein-Westfalen (Referenznummer EFRE-0800988) gefördert und hat am 1. Juli 2017 begonnen.

Ungefähr 20% aller Europäer leiden an chronischen, lang anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen, und 60% dieser Patienten können mit den derzeit verfügbaren Medikamenten nicht ausreichend behandelt werden [1]. Diese Situation verursacht sowohl für die Patienten als auch für ihre Familien enorme Leiden.

Verbesserte Therapien für chronische Schmerzen erfordern hochinnovative Ansätze, mit denen vorzugsweise mehr als ein pathologischer Mechanismus – Mechanismen, die Krankheiten verursachen – vorteilhaft und gleichzeitig beeinflusst werden können. Arzneimittel, die mehr als einen Wirkungsmechanismus aufweisen, interagieren mit mehr als einem pharmakologischen Ziel („Mehrfachliganden“). Die Identifizierung solcher Liganden ist jedoch äußerst schwierig, und ihr Transfer von der präklinischen Forschung in die klinische Praxis ist erfolglos geblieben. Das ungelöste Problem besteht darin, zu beweisen, dass Kandidaten-Mehrfachliganden tatsächlich gleichzeitig ihre Mehrfachziele in Tieren und Menschen modulieren.

Eine Möglichkeit, die Wechselwirkung eines neuen Liganden mit seinen Targets nachzuweisen, ist der Einsatz neu entwickelter bildgebender Verfahren wie der Positronenemissionstomographie (PET). Diese Technologie wird in der Nuklearmedizin eingesetzt, um biologische Prozesse nicht-invasiv und wiederholbar zu untersuchen und zu quantifizieren. Das von Grünenthal geleitete Dual2PET-Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, eine einzigartige Methode zu entwickeln, mit der die Wechselwirkung eines einzelnen Arzneimittels mit zwei spezifischen Zielen demonstriert werden kann.

Eine Methode, mit der solche vielversprechenden Mehrfachliganden entworfen und anschließend getestet werden können, ob die pharmakologischen Eigenschaften zuerst bei Tieren und dann beim Menschen nachgewiesen werden können (Translationale Medizin), wäre eine enorme Verbesserung für die pharmazeutische Forschung und Entwicklung. Komplexe klinische Entwicklungen würden nur eingeleitet, wenn eine angemessene Wahrscheinlichkeit nachgewiesen wird, dass ein Kandidat die gewünschten Eigenschaften aufweist. Der Dual2PET-Ansatz ist ein Paradigmenwechsel, der aufgrund der unzureichenden Wirksamkeit von Kandidaten in klinischen Studien verlorene Kosten einsparen und die Erfolgsquoten erhöhen könnte, indem Kandidaten ausgeschlossen werden, die nicht vielversprechend sind, und so den Patienten schneller verbesserte Therapien zur Verfügung stellen könnte.

Über das Konsortium
Die wissenschaftlichen und technischen Herausforderungen dieses Projekts sind sehr komplex und können nur von einem interdisziplinären Team mit umfassender und sich ergänzender Erfahrung gelöst werden: Die Forschung bei Grünenthal untersucht pathologische Mechanismen, die zu Schmerzen führen, um Analgetika mit verbesserten Eigenschaften zu entwickeln. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz innovativer Methoden, die eine verbesserte Übersetzungsrate aus der präklinischen Forschung in die erfolgreiche klinische Praxis versprechen und so die hohe Abnutzungsrate in klinischen Studien reduzieren. Das Dual2PET-Projekt wird das Forschungsnetzwerk erweitern und die Wissenschaft von Grünenthals Schmerzforschung stärken.

Taros Chemicals ist ein kleines bis mittleres Unternehmen (KMU) mit umfassender Erfahrung in der Synthese organischer und metallorganischer Chemikalien. Sie nutzen ihre hochmoderne Infrastruktur und Hardware, um komplexe Synthese- und Analysetechniken in Angriff zu nehmen und ein breites Spektrum computergestützter Wirkstoffdesignmethoden wie molekulare Modellierung, virtuelles Screening, adaptive Struktur-Aktivitäts-Analysen und statistische Prognosen anzuwenden.

Das Forschungszentrum Jülich beteiligt sich an dem Dual2PET-Projekt über drei seiner Institute für Neurowissenschaften und Medizin, „Molekulare Organisation des Gehirns“ (INM2), „Nukleare Chemie“ (INM-5) und „Computational Biomedicine“ (INM-9 / IAS-5).

Sie werden strukturelle und funktionelle Veränderungen bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen untersuchen, um eine frühzeitige Diagnose und Therapie zu verbessern. Ein zentraler Forschungsschwerpunkt wird die Anwendung quantitativer molekularer Bildgebungstechniken wie der Positronenemissionstomographie sein.

Das Konsortium freut sich auf die bahnbrechenden Ergebnisse dieses Schmerzprojekts in den nächsten Jahren.

Über den Leitmarktwettbewerb „LifeSciences.NRW“
Das Land Nordrhein-Westfalen hat 2015 die wettbewerbsfähige Förderstelle LifeSciences.NRW ins Leben gerufen, um die Entwicklung von Lösungen für Probleme der Gesundheit und des Wohlergehens der alternden Bevölkerung zu unterstützen. Konsortien von akademischen Institutionen, KMU und Pharmaunternehmen in NRW wurde die Möglichkeit geboten, sich um die finanzielle Unterstützung innovativer biomedizinischer Forschungs- und Entwicklungsprojekte des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zu bewerben. Ziel ist es, Wachstum und Beschäftigung in NRW zu stärken und die Sichtbarkeit als Leitstandort der Life Sciences zu erhöhen.

Über Grünenthal
Die Grünenthal-Gruppe ist ein unternehmerisches, wissenschaftlich fundiertes Pharmaunternehmen, das auf Schmerz, Gicht und Entzündung spezialisiert ist. Unser Ziel ist es, bis 2022 vier bis fünf neue Produkte für Patienten mit hohem medizinischen Bedarf bereitzustellen und ein 2-Milliarden-Euro-Unternehmen zu werden. Wir sind ein vollständig integriertes Forschungs- und Entwicklungsunternehmen mit langjähriger Erfahrung darin, Patienten innovative Schmerztherapien und modernste Technologien anzubieten. Indem wir nachhaltig über dem industriellen Durchschnitt in unsere Forschung und Entwicklung investieren, setzen wir uns stark für Innovationen ein. Grünenthal ist ein unabhängiges Familienunternehmen mit Hauptsitz in Aachen. Wir sind in 32 Ländern mit Niederlassungen in Europa, Lateinamerika und den USA vertreten. Unsere Produkte werden in mehr als 155 Ländern verkauft. 5.500 Mitarbeiter sind weltweit für die Grünenthal Gruppe tätig. Grünenthal erzielte 2016 einen Umsatz von rd. 1,4 Mrd. € Weitere Informationen: www.grunenthal.com Folgen Sie uns auf LinkedIn „Grunenthal Group“.

Über das Forschungszentrum Jülich
Der zunehmende Digitalisierungsgrad erfordert und ermöglicht Innovationen in den Bereichen Hochleistungsrechnen, wissenschaftliche Simulation und Big Data sowie in Zukunftstechnologien wie Quanten- und neuromorphes Rechnen. Jülicher Wissenschaftler erforschen auch die Kodierung von Informationen in molekularbiologischen Strukturen wie Proteinen und der neuronalen Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn. Das Verständnis der komplexen Prozesse des Gehirns ist entscheidend für eine effektivere Diagnose und Behandlung von Gehirnerkrankungen.

Über Taros Chemicals

Taros ist ein innovatives Auftragsforschungsunternehmen und bedient seit 1999 Kunden in den Segmenten Pharma-, Biotech- und Chemieforschung. Innerhalb der Geschäftseinheit für Wirkstoffforschung ist es unser Ziel, mit unseren Partnern potenzielle neue Arzneimittel in die klinische Entwicklung zu bringen. Dabei leisten Taros‘ Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag innerhalb der Target Validierung, Hit Identifizierung, Lead Generierung -und -optimierung.

Taros‘ Portfolio umfasst alle Spektren der modernen medizinischen Chemie, der Computerchemie sowie innovative, drug-like Substanzbibliotheken. Als Konsortialführer Chemie leitete Taros die Chemie-Aktivitäten der 196 Millionen Euro EU-Forschungsinitiative „European Lead Factory (ELF)“ und ist aktuell am 11 Millionen Euro Drug Discovery Hub Dortmund (DDHD) beteiligt. Weitere Informationen: www.tarosdiscovery.com

Presse Kontakt:
Youri R. Mesmoudi, Executive Vice President, Tel.: +49 (0)231 974272-11,
e-mail: innovation |at| taros.de

Förderung des Projekts

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medizinische chemie

Wirkstoffforschung

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Materialwissenschaft

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